Westrichbahn - Teil 2
Die Westrichbahn von Türkismühle nach Kusel wurde nach fast vier Jahren Bauzeit 1936 eröffnet. Die Kosten für das Gesamtprojekt beliefen sich auf stattliche 6,9 Mio. Reichsmark. Besonders die Streckenabschnitte zwischen Freisen und Schwarzerden und ins benachbarte Rheinland-Pfalz hinein stellten die Erbauer vor große Probleme. Zum einen galt es die große Höhendifferenz von über 200 m und zum anderen das stark zerklüftete und teilweise versumpfte Gelände zu überwinden. Im Abschnitt Freisen - Schwarzerden ergab sich die Notwendigkeit zum Bau einer großen Schleife von fast 9 km Länge um den Weiselberg herum. Höhepunkte der aufwendigen Streckenführung waren u.a. zwischen Freisen und Oberkirchen die „Eiserne Brücke" mit einem Tragwerk von 141 m Länge und Pfeilern, die bis zu 27 m hoch waren. Aber auch die bis heute noch beeindruckende Oberkircher Talbrücke mit einer Länge von 275 m und einer Höhe von 30 m stellte die Erbauer vor enorme Herausforderungen. Sie besteht aus 12 Bögen, für die u. a. 16.000 m³ behauene Hartsteinquader gebraucht wurden. Im weiteren Verlauf musste die Pitzrechhöhe zwischen Oberkirchen und Schwarzerden auf einer Länge von 216 m untertunnelt werden. Nach der Inbetriebnahme der Westrichbahn war die Bahnverbindung eine wichtige Einrichtung in der Region, die es vielen Menschen ermöglichte, einer Ausbildung nachzugehen oder Arbeit zu finden. Da die Bahnstrecke im 2. Weltkrieg eine bedeutende Nachschublinie darstellte, wurde sie mit den anliegenden Ortschaften leider auch zum Ziel feindlicher Jagdbomber. Auch ein schweres Bahnunglück 1946 im Bereich Eitzweiler mit 2 Toten und zahlreichen Verletzten ging in die Geschichte der Westrichbahn ein. Die Nachfrage im Personenverkehr blieb eher mäßig und ebbte mit zunehmendem Autoverkehr immer mehr ab und machte die Bahnverbindung später unrentabel. Am 1. Juni 1969 war Schluss für den Personenverkehr auf der Eisenbahnstrecke zwischen Türkismühle und Freisen. Teilweise gab es noch Güterverkehr auf einzelnen Abschnitten, diese wurden aber nach und nach ebenfalls stillgelegt. Einzig der Bahnhof Schwarzerden ist bis heute in Betrieb und zugleich ein Überbleibsel der historischen Westrichbahn: Er dient bis heute der 1938 eröffneten Ostertalbahn als Museumsbahnhof. Die dort befindlichen 900 m langen Gleisanlagen sind der letzte Rest der ehemals imposanten Bahnstrecke durch den Westrich. Zwischen Freisen und Kusel wurde die Bahntrasse in einen Radweg umgewandelt, der heute Teil des Fritz-Wunderlich-Weges ist.


